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Sonntag, 8. August 2010

Reha vorbei - Status Quo - Next Steps

Soll ich den weiteren Verlauf berichten oder nicht? Immerhin sind es nun bald 5 Monate, dass mir der TSF abgenommen wurde (15.3.2010) und der Wiederaufbau zaht sich schon ein bisserl...
Aber wie immer kann ich nur betonen, dass jeder TSF und jeder Körper anders ist, jeder Verlauf, und auch die Behandlung variiert stark. Bei manchen wird schon nach 1 Monat nach dem Einbau mit Physiotherapie begonnen, bei anderen (wie bei mir) erst nach ganzen 5 Monaten usw.

Andererseits kann ich nicht oft genug betonen, dass mein medizinischer Verlauf absolut komplikationsfrei war, von der OP bis zur Abnahme. Bis auf den Zeitfaktor (ich hatte mit einer etwas früheren Abnahme gerechnet) war wirklich alles einwandfrei in Ordnung :-)

Reha
Inzwischen war ich auch auf meinem heißersehnten Rehaaufenthalt :-)
Das kam da
nn sehr plötzlich, weil ich auf der Warteliste war... Ich bekam Freitag morgen den Anruf, dass ich bereits mit darauffolgendem Donnerstag meinen Aufenthalt antreten könne. Das brachte dann zwar noch ein paar sehr stressige Tage mit sich, aber diese Reha war dann wirklich das Beste, das mir passieren konnte :-)
3 Wochen (1. - 22. Juli) intensive Therapien (5-6 Therapien/Tag, 6x/Woche), Muskeltraining, Physiotherapie,
Ruhe, nirgends hin müssen, nichts organisieren, beschaffen oder arbeiten müssen...
Täglich Wassergymnastik mit direktem Ausblick auf die umliegenden Berge(!), Sonnenliegen, Lesen, mit den Leuten unterhalten, entspannen, verarbeiten.....

Was hat´s g
ebracht
Mein Gangb
ild hat sich deutlich verbessert. Der Seemanns- und Cowboy-Gang ist weitgehend verschwunden ;-) Die Beugung ist nun auf 105° aktiv und am meisten spüre ich den Aufbau in der Alltagsbewältigung: Ich bin nicht mehr so k.o. wegen ein paar Stunden arbeiten und gestern war ich sogar das erste mal richtig shoppen. Mein Körper hat sich ja verändert (inkl. Gewichtszunahme) und damit passt mir meine Garderobe nicht mehr. Also hab ich das erste mal seit mehr als einem Jahr eine richtige Beschaffungstour absolviert... Das wär vorher absolut undenkbar gewesen!

Einschränkungen
Leider
brauche ich nach wie vor Unterstützung auf weitere Strecken - ich hab die Krücken (zuletzt war es wenigstens nur mehr eine) nun gegen Walkingstecken getauscht. Wenn ich unterwegs bin, braucht´s die leider noch immer >|
Es ist sogar so, dass ich in den ersten 2 Wochen nach der Reha ärgere Knie- und Obers
chenkelschmerzen hatte als davor - ich hab sogar wieder Tabletten genommen und Topfenwickel aufgelegt... Das liegt aber vermutlich daran, dass durch den Aufbau neue Areale im Knie aktiviert werden, die erst adaptieren und aufbauen müssen, sagt mein Therapeut. Außerdem wird das Ganze noch verstärkt durch die Umstellung. Es müssen die Knorpel, Sehnen und Bänder erst langsam umstellen und auf die neue Belastung reagieren - dort, wo vorher zu wenig belastet wurde, wird ja jetzt auf einmal belastet und umgekehrt. Es braucht halt einfach
Z E I T und G E D U L D................

Narben
Leider sind
auch die Narben nicht zu unterschätzen. Manchmal spüre ich die sehr arg. Das ist dann wie extremer Muskelkater über den ganzen Oberschenkel runter, der weh tut und bremst.
Die werden auch eigens behandelt, immmerhin gehen die quer durch alle Muskeln und Sehnen
und Narbengewebe ist sehr hart. Mir wurde auch gesagt, dass ich die noch jahrelang immer wieder spüren werde. Sehr wichtig ist auch, mind. 1x/Jahr eine Narbenentstörung machen zu lassen. Das war ein ziemliches Erlebnis auf der Reha... Das wird per Akkupunktur gemacht. Es war ziemlich arg zu sehen, was da abgeht. Manche (3 davon) gehen nämlich direkt durch einen Meridian und der Unterschied war bei der Behandlung extrem spürbar: Bei diesen 3 hat´s mich EXTREM elektrisiert! Und nach der Behandlung war nichts mehr zu spüren und mein Bein war auf einmal ganz leicht... Also da ist schon was dran... Und man darf nicht unterschätzen, dass diese Wunden ja nicht nur einmal aufgeschnitten und wieder zugemacht wurden, sondern ganze 9 Monate offen waren...! Also macht das! :-)

Arbeiten

Wie ich meinen Alltag vorher geschafft habe, weiß ich nicht mehr. Es war alles unheimlich zehrend. Daher war ich an den Wochenenden auch für nichts mehr zu gebrauchen - obwohl ich auch vorher sehr reduziert gearbeitet habe. Aber es war unheimlich zehrend...
Jetzt habe ich
das Glück, dass ich nur Di bis Do ins Büro fahren muss, den Rest kann ich extern erledigen. Das wird zumindest bis September so weitergehen und ich bin sehr froh darüber.

Ich merke aber, dass ich wieder mehr Kraft für die Alltagsbewältigung habe und auch belastbarer bin. Eine große Erleichterung!

Next Steps

Ab Herbst we
rde ich zur Fitnessstudio-Gehern! Wer hätte das jemals gedacht?! ;-)
Muskelaufbau ist nämlich ein Sch
lüsselelement für den ganzen (Wieder-)Aufbau, für den Organismus und Reduktion der Schmerzen. Das funktioniert aber nur mit mindestens 3 Mal wöchentlichem Training. Ich trainiere zwar auch zu Hause brav (fast jeden Tag), aber das braucht dann offenbar mehr und mit den Geräten geht schon ordentlich etwas weiter - also werde ich auch das auf mich nehmen ;-)
Bei der Reha habe ich erfahren, dass mich das noch mindestens 1 Jahr lang beschäftigen wird.
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Zum Glück weiß man nicht alles sooo genau im Vorhinein.
Ich zu
mindest habe mir ab einem gewissen Zeitpunkt gesagt: Ich mach´s, die Entscheidung ist gefallen und alles, was das an Konsequenzen mit sich bringt, nehme ich ab sofort in Kauf, damit werde ich umgehen.
Das heißt, das ganze
dauert schon wesentlich länger als ich mir ausgemalt habe, aber dennoch kann ich nicht oft genug betonen, dass ich

... jed
en Tag eine riesengroße Freude mit meinem neuen Bein hab :-)
... mich jeden Tag a
uf die Zukunft mit meinem neuen, gesunden Bein freue :-)
... mich jeden Tag auf meine neue, gesunde und v.a. auch fitte(!) Zukunft freue :-)
... jeden Tag froh - und auch stolz! - darüber bin dass ich´s gemacht habe :-)

Auf der Reha hab ich mich außerdem so gesund und so fit wie überhaupt noch nie in meinem Leben gefühlt(!). Und ich denke, das mit dem Fitnessstudio ist eine gute Gelegenheit, mich endlich - und v.a. erstmals - wirklich gut aufzubauen und damit auch leichter durchs Leben GEHEN zu können :-))))


Meine Kurschatten :-)


Reha-Action :-)


Noch Fragen?! ;-)

Mittwoch, 16. Juni 2010

Mein Knochenwachstum in Röntgenbildern

Direkt nach der OP am 30.06.2009

04.08.2009

08.09.2009

08.09. vs. 20.10.2009

01.12.2009

01.12.(li) vs. 28.12.2009(re)

28.12.2009(re) vs. 28.01.2010(li)
Nach Röntgenaufnahme am 28.01. Austausch der Struts in gerade Schrauben

23.02.2010 - Entscheidung zur Abnahme

Nach der Abnahme-OP am 15.03.2010

15.06.2010



Vorher - Nachher:
Genu valgum 6°, Beinverkürzung um 3,5 cm

Gerades Bein, 0° Abweichung, 3,5 cm ausgeglichen

Letzter Kontrolltermin - So schaut´s aus :-)

Gestern war ich bei meinem letzten "regulären" Kontrolltermin im Krankenhaus.

Nachdem ich die geplante Narkosemobilisation vom 10. Mai vorläufig zugunsten meines beruflichen Wiedereinstiegs verschoben hatte, hat sich der Termin immer weiter hinausgezögert - was letztlich super Konsequenzen hatte.

Zur Erinnerung:
  • Am 15. März ist das Teil "abgebaut" worden (so nennen die das) - das war also die Abnahme-OP. Nach 37 Wochen (!!!)
  • Dann sah es GANZ GANZ schlecht aus mit der Mobilisation.Es war anzunehmen, dass wir rein mit Physio nicht weiterkommen werden und noch eine Arthroskpopie und Narkosemobilisation (geplant für 10. Mai) brauchen werden.
  • Aus verschiedenen Gründen bin ich dann aber frühzeitig (der GKK-Chefarzt hat mich gar nicht gesund geschrieben, das musste ich dann extern erledigen) beruflich wieder eingestiegen, habe das ganze verschoben und letztendlich hat es sich doch erledigt :-)

Mein Arzt war gestern ganz begeistert und nimmt mich nun als Beispiel für andere demotivierte Patienten - hatte er mich doch als "aussichtlosen Fall" (bzgl. Wiedererlangung meiner Beweglichkeit) eingestuft, haha :D
Aber Spaß beiseite - seine Betroffenheit diesbezüglich konnte er wirklich nicht ganz vor mir verbergen :-)

Hier gibt´s ein Bild von meinem schönen neuen Knochen:


Das "Eck" sollte sich noch auswachsen, das wird schon noch dauern und ich muss aufpassen, dass mir nichts passiert - das ist doch noch eine Sollbruchstelle.
Am 28.12.2010 wieder einen Termin zum Anschauen.
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Next Steps:

Nächste Station wird der Rehaaufenthalt sein. Da das mit dem Termin beruflich jetzt schon sehr happig ist, hat mein Doc schließlich direkt dort angerufen und siehe da: auf einmal wird es möglich sein, dass ich doch noch im Juli raufkann :-)))
In den nächsten Tagen sollte ich mehr wissen.
Bitte alle ganz fest Daumen halten, dass der Termin dann auch wirklich mit dem beruflichen Timing passt. Es wär so wichtig, dass ich das machen kann und dann aber auch die Ruhe dafür habe und nicht noch "nebenbei" von der Reha aus arbeiten muss...!

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In der nächsten Zeit wird es dann einen Thread geben mit allen Röntgenbildern (jetzt hab ich alle!) und wie es mir in der Zwischenzeit gegangen ist mit dem Wiederaufbau und wie weit ich nun bin und wie es mir nun geht.
In der Diaschau rechts oben könnt ihr die Bilder schon sehen und bei Klick darauf wird man weitergeleitet zum Picasa-Webalbum.

Donnerstag, 20. Mai 2010

9 Wochen nach der Abnahme

Was geschah bisher:

Nach der OP
erstmal das große "Down", weil ich vorerst weniger Beugung hatte als am Schluss mit dem TSF. Da waren es 45°, nach der OP vorerst an die 30°.
Dann mühevoller Aufbau, permanentes Augenemerk auf Beugung. Wenn ich nicht gerade in der Motorschiene gelegen bin, dann hab ich das Bein aus dem Bett "hängen" lassen. Das "Hängen" sah allerdings so aus, als ob ich das Bein wegstreckte. Deshalb - und auch wegen der radikalen Reduktion meines Opiates - war die Freude am Anfang eher eingeschränkt bis gar nicht vorhanden.
Die Sorge darüber, ob das je wieder wird, war größer. "Meine" 45° hatte ich zwar nach ein paar Tagen wieder erreicht, aber weiter ging dann nichts mehr.
Ich lag täglich stundenlang in der Motorschiene, brachte mit Mühe und Not 2-3° auf der Schiene weiter und sobald ich 1 Stunde pausierte, war ich wieder unten.
Dazu kamen diese sorgenvollen Blicke und Aussagen des Physiotherapeuten, dass da offenbar was drin steckt und die Aussicht, dass ich nochmal in den OP müsste für eine Arthroskopie und Narkosemobilisation, weil nirmalerweise müssten da mind. 5° pro Woche weitergehen.

Zu Hause
ging das dann erstmal so weiter. Keine großen Erfolge, dazu Schlafstörungen (bzw. hab ich fast gar nicht schlafen können) - aber psychisch ging es dann steil bergauf. Die Medikamente hab ich dann relativ rasch ganz abgesetzt, das hat gewirkt :-)
In den ersten 4 Wochen zu Hause ausschließliche Konzentration auf Flexion und Mobilisierung bzw. auch Seelenpflege. Tägliche Übungen, dazu Spaziergänge im aufblühenden Frühling.
Und dann schließlich, so 4 Wochen nach der OP hat es bei mir dann sowas wie einen "Durchbruch" gegeben. Der "Knopf", den ich in der Kniekehle hatte und weswegen ich auch schon den nächsten OP-Termin für den 10. Mai in der Tasche hatte, hat begonnen, sich zu lösen und ab 5 Wochen ca. sind dann jede Woche 5° dazu gekommen.
Jetzt bin ich bei guten 75°.

Krücken:
Vielleicht sind andere schneller, ich brauche sie noch wenn ich unterwegs bin. Allerdings soll ich inzwischen eh nur mehr mit einer aus dem Haus gehen und ich muss zugeben, das ist für mich ein ganz komisches Gefühl, das habe ich heute zum ersten Mal gemacht.
Zu Hause bin ich aber schon super mobil, brauche allenfalls am abend eine, wenn ich schon todmüde bin. Und ich kann das Bein nun so weit abwinkeln und anheben, dass ich unter Zuhilfenahme von mind. einer Krücke bereits abwechselnd Stiegen steigen kann!! :-)

Entgiftung und (Wieder-)Aufbau:
Zum besseren Abbau der ganzen Gifte, die ich über den langen Zeitraum zu mir genommen habe, habe ich mir in der Apotheke "Algentabletten" einreden lassen. Die nehme ich jetzt seit 3 Wochen und stelle nun aber um auf eine speziell auf mich abgestimmte Kräutertinktur und Homöopathie. Durch die Algentabletten habe eine ganz komische Verdauung, die weckt mich spätestens um 04.30/05.00 Uhr auf und ich muss bis 08.00 Uhr mind. 2-3 Mal aufs Klo (meistens schlafe ich dann eben gar nicht mehr ein und um 06.30 Uhr muss ich sowieso aufstehen). Ich sollte 6 Stück/Tag nehmen, habe nur 5 genommen und werde es jetzt mal mit 3 probieren, dazu die Tinktur, die ich seit gestern habe und die Globuli.

Arbeiten:
Es ist jetzt die dritte Woche zurück in der Arbeit. Wobei wir in der 2. Woche gerade ein langes 4-tägiges Wochenende hatten. Da war ich so platt, dass ich 4 Tage gar nicht aufgekommen bin. Ich hab auch keine Übungen gemacht in der Zeit. Nun, in der 3. Woche arbeite ich noch immer hauptsächlich zu Hause. Es geht nun aber wöchentlich merklich bergauf, ich mache gerade richtig große "Schübe".

Nächste Aussichten:
Am 15. Juni habe ich Kontrolltermin im Krankenhaus. Leider habe ich dort nach der OP eine Fehlinformation bekommen oder die haben das schlichtweg vergessen: Es wurde mir gesagt, dass die sich um den Reha-Antrag kümmern, weil es dort 2km weiter eine Rehastation gibt, mit der sie zusammenarbeiten.
Nachdem ich jetzt nichts mehr gehört habe, habe ich auf Nachfrage bei meinem Arzt nun erfahren, dass ich mich doch selber kümmern soll und da die auf Monate ausgebucht sind, bekomme ich frühestens ab 10. August einen Termin. Das wäre dann 5 Monate nach der Abnahme >(
Ich bin aber auf der Warteliste ab Anfang Juli und das heißt:

Daumen halten! :-)

Mittwoch, 31. März 2010

Nach der Abnahme II - Veränderungen

Für viele stellen sich jetzt auch Fragen wie "Wie fühlt sich das an", "Wie ist geht das mit den Wunden weiter" etc.

Also das Gefühl ist natürlich sehr ungewohnt. Ich habe ca. 1 Woche gebraucht, um das Gerät rauszukriegen. Teilweise passe ich noch immer auf, dass ich nicht anstoße wenn ich mich setze, auf´s Klo gehe usw.

Schmerzen und Schmerzmittel:
Schmerzmäßig schaut´s gut aus. Es gibt keinen Grund- bzw. Wundscherz mehr. Leider beim Abbiegen und in der Motorschiene schon, aber das lässt sich regulieren. Auch ohne Medikamente ;-) Selbige wurden zwar gleich reduziert, aber ich muss weiterhin Schmerztabletten und Entzündungshemmer nehmen. Werde aber in der nächsten Zeit ein bisschen mit weiterer Reduktion "experimentieren". Das Morphiumrpäparat ist ja auch noch dabei, aber seit dem Krankenhaus auf niedrigster Dosis. Da haben wir wohl was übersehen... aber besser spät als nie ;-)

Wunden und Wundpflege:
Die Wunden fühlen sich anfangs zwar sehr ungewohnt an, aber zum Glück nicht schmerzhaft. Bei den ersten beiden Wundversorgungen bin ich in Tränen ausgebrochen (wegen der Angst und der Erinnerung), aber das spürt man auch nicht mehr. Die Wundversorgung wurde nach einer guten Woche beendet. Jetzt habe ich nicht mal mehr ein Pflaster drauf, darf und soll auch duschen :-)

Kleidung:
Am zweiten Tag nach der OP bin ich das erste Mal wieder in eine normale Hose geschlüpft. Ich ziehe bis jetzt nur leichte und elastische Stoffhosen an wegen der Wunden - und: I liiike! :-)
Auch die Klettverschluss-Unterhosen gehören der Vergangenheit an. Ich kann zwar noch nicht normal am Klo sitzen (linkes Bein weggestreckt), aber die Hose bis zum Boden lassen, daher geht das.

Schlafen:
Wie gesagt: Mein Mann getraut sich wieder neben mich, wir schlafen im selben Bett :-) Ich schlafe aber noch am Rücken mit einem Polsteraufbau unterm Knie bzw. max. auf die rechte Seite gedreht. Am Bauch bin ich bisher nur beim Therapeuten gelegen. Das ist ganz schön ungewohnt und ich bin noch total vorsichtig, mich überhaupt erst in diese Lage zu bringen...


Langsam aber sicher zieht also wieder "Zivilisation" ein in meinem Körper. Eigentlich brauch ich nur mehr die Medikamente losbekommen und das Knie richten - wenn nötig eben ein letztes Mal im OP :-)



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Gedanken zur Schmerztherapie:
Ich war diesmal mit 4 weiteren Patientinnen im Zimmer. Allesamt 65 plus. Mit neuen Prothesen an Hüfte, Knie oder Schulter. Denen wurde also jeweils ihr ganzes Gelenk entfernt und Metall eingesetzt. Wieviel ich damals an Dosis bekommen habe, ist mir da erst bewusst geworden, weil ich live beobachten konnte, wieviel die bekommen haben. Das war einige Milligramm-Stufen drunter...!

Dienstag, 30. März 2010

Der Drehplan - so funktioniert(e) das...!

Kaum zu glauben... ich hab bis jetzt den Drehplan einbehalten ;-) Für alle Betroffenen natürlich interessant zu wissen, wie das funktioniert. Also hier gibt´s den Drehplan für die Prozedur:

Jeder "Strut" ist ein Teleskopstab bzw. Schraube, die nach diesem Plan Tag für Tag Millimeter für Millimeter weitergedreht wurde. Nicht immer jede, da ich keine reine symmetrische Korrektur bzw. Verlängerung hatte, sondern auch mein Knie hinausgedreht wurde und die Rotationsachse um ein paar Grad begradigt wurde. Die roten Striche und Zahlen bedeuten Drehpausen.

Dieses Dokument werde ich mir jedenfalls einrahmen und dann hoffentlich nie vergessen, wie viel Mut ich dafür gebraucht habe :-)


Hier sind die Struts mit der Millimeter-Skala nochmal zu sehen. 6 Wochen vor der Abnahme wurden die dann gegen "normale" Schrauben ersetzt (wie berichtet).

Montag, 29. März 2010

Nach der Abnahme


Am Samstag bin ich aus dem Krankenhaus entlassen worden. Ich war etwas länger dort als geplant: voraussichtlich sollte ich Mo oder Di (15. oder 16.3.) operiert werden und bereits Fr entlassen werden. Operiert bin tatsächlich schon am Mo worden, aber die Entlassung hat sich dann zwei mal verschoben und so war ich dann 2 Wochen im Krankenhaus.

Mein Knie war nach der OP weniger beweglich als vorher (20° vs. 45° mit TSF). Also bekam ich täglich Physiotherapie und Motorschiene. Leider sind wir ziemlich bald bei den bereits vorher erlangten 45° "stehen" geblieben. Obwohl ich den Anweisungen des Therapeuten wirklich bemüht folgte: "Sie müssen ihrem Knie jetzt 23 Stunden täglich sagen, dass sie es wieder brauchen und daher: abbiegen, abbiegen, abbiegen". Ich lag stundenlang in der Motorschiene, ließ mein Bein brav "hängen" und gab ihm Reize was das Zeug hielt (auch in der Nacht. Da schlafe ich mit einem Polsteraufbau unter dem Knie) - ich hatte ja zum Glück nichts anderes zu tun im Krankenhaus ;-)


Leider stellte sich dann nach einigen Tagen schon heraus, dass die fehlende Beugung bzw. der fehlende Fortgang (bei meinem Pensum sollte doch einige Grade plus werden) nicht etwa an den verkürzten Muskeln und Sehnen lag (die ließen sich ja super dehnen), sondern IM Knie selbst.
Wir können nur Vermutungen anstellen was da los ist, aber verwunderlich ist es natürlich nicht, dass da etwas verklumpt oder verkalkt ist nach bald 9 Monaten....

Next Steps:
Ich bin nun zu Hause und habe auch hier eine Motorschiene bekommen. Ich muss in den nächsten Wochen weiterhin mein maximales Augenmerk auf die Flexion legen. Auch wenn die Aussichten auf einen Fortgang minimal sind (wenn ich nach einigen Stunden Schiene und langsamer Steigerung um ein paar Grade mal 1-2 Stunden pausiere, bin ich sofort wieder "unten" mit den Graden). Aber auch der Reiz am Knochen ist wichtig, damit sich das Material weiter gut verdichten kann.
In 4 Wochen schauen wir dann wieder nach und je nachdem was dann rauskommt, wird dann entweder mal "nur" unter Narkose abgebogen soweit möglich bzw. sehr wahrscheinlich auch nochmal ins Knie rein "geschaut" (z.B: mittels Arthroskopie) und allfälliges Material entfernt.

Leider habe ich zwar von ärztlicher Seite nie gehört "Das wird wieder, ganz sicher, egal wie, aber es wird". Es heißt nur, wir tun dies oder das und wir "schauen"... Aber inzwischen habe ich von einigen Leuten (Schwestern, Physio, Betroffene) schon gehört, dass so ein "Ausputzen" vom Knie schon viel bringt. Hoffen wir also, dass sich "nur" eine Blutung verklumpt hat (oder etwas ähnliches), sodass das wirklich mit einer Arthroskopie behoben werden kann.

Fingers crossed :-)

Mittwoch, 10. März 2010

Resümee nach 8 1/2 Monaten mit dem TSF


Es ist soweit, am Sonntag check ich ins Krankenhaus ein. Dann geht ein ganz eigener und besonderer Lebensabschnitt zu Ende. 37 Wochen...

Ich komm grad von einem Plauscherl mit den MitarbeiterInnen "meiner" Apotheke. Ja, man bekommt ja zu seiner Apotheke, zu seinem Hausarzt, aber auch zu anderen Menschen eine ganz andere Beziehung als vorher. Auch in meiner Nachbarschaft bin ich nun bekannt. V.a. unter den alten Frauen, denen ich bei meinen vormittäglichen Spaziergängen so über den Weg gelaufen bin (alte Männer gehen offenbar nicht raus...?!). So viel auf der Straße angesprochen wie jetzt bin ich nur mit meinem Sohn geworden, als er noch im Babyalter war. Jede Mutter kennt das wohl.

Viel ist geschehen in dieser Zeit. Viel hab ich erfahren und viel hab ich hoffentlich nicht nur kurzfristig gelernt. Ich hoffe, ich kann einige der Lernerfahrungen mitnehmen in mein neues Leben.
Z.b. jene der Langsamkeit. Langsam ist definitv besser und hat mir sehr gut getan. Oder ein intensiveres "bei sich" sein. Es gibt ja so viel Körper und Beschränkheit in dieser Zeit - aber eben dadurch auch mehr "ich". Oder "selbst". Oder so. Ich wünsche es jedem Menschen, einmal so auf sich selbst zurückgeworfen zu sein. Und ich wünsche jedem positive Lernerfahrungen damit und v.a. auch langfristige Lernerfahrungen.
Ich hab ja eine Weile gebraucht, bis ich´s "geschnallt" habe. Dass der Körper kein Ding ist, das funktionieren muss. Schon gar nicht für irgendeinen Job. Oder andere... Der Körper gibt das Tempo vor. Wenn der seine Bedürfnisse nicht gestillt bekommt, dann kann der alles blockieren. Und du hast dich gefälligst danach zu richten. Sonst geht´s dir nur noch schlechter.
Man wird auch unheimlich verwundbar wenn man verwundet ist. Wenn die Wunden wie Löcher bis in den Knochen reichen, ist nicht nur das Fleisch offen wie ein Sieb. Man IST offen. Und ausgeliefert. Dem "Außen"... Lässt sich schwer beschreiben. Klingt vielleicht esoterisch, aber ich bin mir sicher, manche dieser Leser werden wissen was ich meine.

Na jedenfalls. Eigentlich sollte das ein Rückblick und ein Resümee werden. Aber auf den Punkt gebracht lässt sich sagen:
Macht eurem Körper keinen Stress. Hier geht es nur um Heilung und nicht um "wieder funktionieren". Vergesst "Pläne". Oder Deadlines. Überhaupt alles, wo euer Körper zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwas "muss". Wenn´s geht, is gut, wenn nicht, dann eben später. Du kannst nichts planen. Es ist wie es ist und du musst damit leben. Und es ist gut, das mal zu erfahren.

Achteinhalb Monate... War schon lang. Aber war ok. Es ist zwar jetzt definitiv das Limit erreicht und ich freu mich schon unheimlich auf viele Dinge, die ich entbehren musste. Aber es ging.
Man darf nur nicht den Fehler machen und glauben, man kann da und da wieder arbeiten und funktionieren. Das funktioniert definitiv nicht. Das war auch so der größte Lerneffekt für mich und an dem hab ich auch am meisten Stress reingebracht. Aber inzwischen hab ich´s langsam geschnallt und ich weiß, dass ich NICHT weiß, wie es dann weitergehen wird und wie lange dann noch alles dauern wird. Das ist ja schon ein Schritt :-)

Ich werde also natürlich weiter berichten wie das so läuft. Der Blog ist zwar defintiv anders geworden als ich vorhatte (also keine reine Dokumentation), aber so ist das eben.

DU KANNST NICHTS PLANEN ;-)
ES KOMMT DEFINITIV ANDERS ALS DU GLAUBST :-)
Und : ES HAT AUCH GANZ VIEL POSITIVES POTENTIAL :-)

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Ahja, zum medizinischen Verlauf: Again: Es gab KEINERLEI Komplikationen mit Wundinfekten oder dgl. (!!!)

Vielleicht mach ich ja nochmal einen Atrikel zur Wundpflege. Ich hatte ja noch so viele Artikel vor........

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Mittwoch, 18. November 2009

Organisatorisches, Unterstützung usw.

Habe ich schon erwähnt, wie wir das Organisatorische gelöst haben?

Also:

Meine Schwiegermutter kam bis letzte Woche 2x/Woche (jeweils Dienstag und Donnerstag) und hat dabei die ganze Wohnung durchgeputzt und gekocht. Am Wochenende hat das mein Mann gemacht und auch für den Montag vorgekocht. Dann kam wieder meine Schwiegermutter ins Haus...

Da es mir nun wesentlich besser geht und sie auch mit ihrem "Nebenjob" (zur Pension) in einem Blumengeschäft nun vor Weihnachten viel zu tun hat, wird sie ab sofort nur mehr 1x/Woche kommen. Sie schafft das ja und kocht dann in ca.7 Stunden für die ganze Woche vor (inkl. Kuchen) und putzt alles ordentlich durch.

Mein Mann war in den ersten 3 Monaten zusätzlich zu Hause. Erst nahm er ein paar Wochen Urlaub, dann arbeitete er von zu Hause aus. Dadurch war ich zu der Zeit rund um die Uhr betreut. Ich konnte ja auch wirklich GAR nichts machen in dieser Zeit, bin ja fast nicht aus dem Bett gekommen...
Eigentlich wollte er nur 2 Monate zu Hause bleiben, aber ihn hat das schließlich ja auch sehr gefordert...

Nun bin ich seit Anfang Oktober einzelne Vormittage allein, sofern nicht meine Schwiegermutter oder eine Freundin da ist. Da eine Freundin, die gerade arbeitslos ist, nun seit ein paar Wochen aber auch regelmäßig 1x/Woche am vormittag zu mir kommt, bin ich ja nur wenige vormittage allein. Ab spätestens 14:00 Uhr ist jeweils mein Sohn (15 J.) zu Hause. Das geht so also sehr gut.
Anfangs war es sowieso nicht denkbar, dass ich mal allein zu Hause bin, aber nun ist das im Prinzip kein Problem mehr . Einzig die Depressivität kommt da halt auch eher heraus, aber rein praktisch bin ich gottseidank nicht mehr soooo angewiesen...
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Beruflich bin ich vor der Prozedur davon ausgegangen, dass ich wohl nach der Distraktionsphase zumindest von zu Hause diverse Zu-Arbeiten würde erledigen können. Ich wollt ursprünglich ab Oktober wieder im "Background" im Einsatz sein. Das hat mich dann spätestens ab September sehr belastet, weil das offensichtlich ein Irrtum war. Als aber klar war, dass das doch nicht gehen wird, wurde ein Ersatz für ein paar Stunden pro Woche gefunden und ich werde nun bis zur Abnahme-OP im Krankenstand bleiben.

Man darf das nicht unterschätzen: die Wunden bleiben tief (bis zum Knochen), auch wenn sie sich nach der Distraktion allmählich wieder "schließen". Es gehen weiterhin 5mm dicke Pins quer durch die Muskeln, die für sämtliche Bewegungen (zumindest im OS) relevant sind und daher sind auch diese starken Schmerzmedikamente weiterhin notwendig (siehe auch: "Weiterer Fortgang in Bezug auf Schmerzen und Medikamente")

Dienstag, 18. August 2009

Drehverlauf... Auf und Ab, Hoch und Tief...


Wir befinden uns bei Drehtag Nr. 37 von 44. Das heißt: 7 Drehtage noch, dann ist diese Phase mal vorbei.

Wie verlief´s bis jetzt:
Nach der OP natürlich mal nur und rein "niederg´streckt". Der Knochen frisch durchtrennt, das Gerät im Bein, Schmerzen. Oder fast (die Medikamente - Morphium und Co. - helfen zum Glück ja ganz gut). Nach 7 Tagen "Adaption" wurde bereits mit dem Drehen begonnen. Nach 11 Tagen schon ab nach Hause. Dann kam mal eine - leider nur kurze - Phase, wo ich mich von der OP, der Umstellung auf das Gerät, die Schmerzen und die Medikamente dann allmählich erholt hatte. Da dacht´ ich doch glatt, dass es ja eh nicht so arg ist. Isses ja auch nicht. Gibt schon wesentlich Schlimmeres. Aber ein Spaziergang im Wald isses auch nicht grade...
Die ersten 21 Drehtage hab´ ich durchgedreht - also rein mechanisch, nicht psychisch ;-) Hatte sogar das Gefühl, alles wird immer besser. Aber so ist das mit dem Teil nicht. Kaum hat man die OP überwunden und die Adaption an Teil und Schmerzen mal geschafft, wird´s "zacher". Die Wunden immer weiter offen (das Teil "wandert" ja schließlich), das Bein immer noch g´streckter: Man kann das Bein bereits nach der OP nicht mehr abbiegen (zumindest wenn´s in den OS eingesetzt wird). Dann versucht man mit Zusatzmitteln und Zähne zambeißen, es um ein paar Grade wieder zum Biegen zu bringen, und dann kommt aber eben der Streckeffekt. Außerdem immer mehr Wehwehchen dazu und schließlich - langsam aber sicher - ließen zumindest bei mir dann auch die Nerven merklich nach. Man darf nicht den Fehler machen und sich denken: "Jetzt wird´s besser, jetzt geht´s bergauf". Solange man im Drehprozess ist, ist das nicht so. Darauf kann man danach dann hoffen. Ich hab´zwar schon versucht, die Wunden immer ein bissl "auszuleiern" durch gewisse Beanspruchung. Hab´ gehofft, dass es dann leichter geht. Aber es ist erstens nicht jeder Tag gleich gut. Weder physisch noch psychisch. Und es kommen verschiedene Effekte und Schmerzen dazu. Also hatte ich jetzt mal ein ziemliches Tief zu durchtauchen. V.a. psychisch. Im Moment schaut´s wieder gut aus. Aber man kann das offenbar nicht so sagen. Mal geht´s besser, mal schlechter. Mal kippt alles ganz rasch wieder um.

Man darf wirklich nicht vergessen, dass es noch schlimmere Schmerzen und körperliche Zustände gibt und auch, dass das ein absehbares Ende hat. Vielleicht sollte ich mir das mal ganz groß wohin schreiben ;-) Wenn nämlich mal der Frust, die Depression und die Schmerzen überhand nehmen, ist es schwieriger, wieder Oberwasser zu kriegen. Momentan schaut´s also wieder besser aus.

Seit dem 21. Drehtag mache ich also immer wieder mal 1-2 Tage Pause. Noch 7 Tage. Der Countdown läuft.

Beim letzten Röntgen, 27 Tage nach Drehbeginn, war ein Ende zwischen den Knochen schon etwa 2,5 cm offen und man konnte schon Kalziumeinlagerungen und Kallusbildung erkennen (siehe Foto).

Vom Verlauf her also alles bestens :-)

Samstag, 25. Juli 2009

Was braucht es alles dazu

Leider sagt einem ja niemand, was da wirklich auf einen zukommt. Die Ärzte wissen das offenbar nicht. Hier nun ein paar Tipps dazu:

Praktisch:
  • Jemand, der kocht, putzt, einkauft und die Wunden pflegt - jeden Tag(!). Beginnend beim Frühstück, darüber hinaus Apothekengänge usw.
  • Ein Auto, bei dem man den vorderen Sitz ausbauen kann für Transporte ins Krankenhaus etc. Hier in Österreich wird dazu kein Krankentransport bezahlt - weil man ja eh "mobil" ist. Man kann aber den Fuß nicht abbiegen (zumindest bei Oberschenkel-Fixateuren) und muss ihn außerdem weich lagern können wegen der Schmerzen (wir polstern immer das ganze Auto aus dafür).
  • Eine Hausärztin/Hausarzt, der/die ins Haus kommt und sich außerdem mit derartigen Wunden auskennt. Ein übersehener Infekt kann ausnehmend bedrohlich werden.
  • Haltegriffe im Klo.
  • Eine gute Matratze. Am besten ein Krankenbett, das man elektrisch steuern kann. Bedenkt: Man kann nur am Rücken liegen...! Ich hab ein normales Bett, aber eine sehr gute Latexmatratze. Krankenbett wird (derzeit) von der GKK zur Verfügung gestellt, aber man muss die Matratze selber reingeben.
  • Eine wasserdichte Bettunterlage, die Wunden "safteln" hin und wieder.
  • Ein Gestell bzw. ein Bett-Tischerl, auf dem man im Bett essen usw. kann.
  • Ein Zimmer, in dem man sich wohlfühlt. Man wird sehr viel Zeit darin verbringen.
  • Vom Bett aus Stereoanlage, Fernseher, Computer bedienen können. Man muss wirklich um alles bitten sonst.
  • Rutschfeste Schuhe bzw. Schlapfen. Die braucht man dann immer. Barfuß geht nicht, weil man auf einem Fuß eine Bandage hat und auf dem anderen den Trombosestrumpf, da rutscht man. Der gesunde Fuß wird dann sehr viel als Stütze benötigt, rutschfest ist MUSS. Dafür ruhig Geld ausgeben, man wird es nicht bereuen!
  • Unterhosen, die einen seitlichen Klettverschluss haben. Gibts im guten Outdoorhandel oder im Internet, z.b. bei http://www.quick-slip.de/. Oder Bikiniwäsche mit seitlichen Bändern. Anders gehts nicht.
  • Jemand, der nähen kann. Es gibt KEIN Gewand, das drüber geht. Außer gaaaanz weite Röcke und kurze Röcke. Die man aber von oben her anziehen muss. Vorher schon was nähen.
  • Radlerhandschuhe mit Gel-Einlage. Krücken-gehen geht auf die Hände und tut weh! Die Hände müssen (fast) das ganze Gewicht tragen.
  • Platz im Bad machen. Einen Stuhl hinstellen.
  • Genügend Waschlappen. Duschen geht nicht.
  • Irgendwelche Auflagen für´s Bett. Die Pins stechen sonst das Leintuch durch. Ich habe ein paar alte Leintücher von meiner Schwiegermutter bekommen, die wir über das eigentliche drüberlegen. Hat sich schon bewährt ;-)

Körperlich:
  • Schauen, dass man körperlich in einigermaßen guter Verfassung ist. Beweglichkeit und Gleichgewichtssinn sind Voraussetzung.
  • Gewicht reduzieren. Ich bin wirklich um jedes Gramm, dass ich nicht tragen oder ausgleichen muss, froh
  • Rindfleisch essen, Vitamin D. Gesund essen. Verdauungsfördernd essen (die Medikamente stopfen).
  • STOPP mit Rauchen! Rauchen steigert das Risiko für Wundinfekte um fast 1/3! Außerdem verlangsamt es die Wundheilung und Knochenbildung!

Mental:
  • Sich schon im Vorfeld erkundigen, was auf einen zukommt, sich mit den Schmerzen auseinandersetzen.
  • Bewusst sein, dass man dann ein Pflegefall ist und auf andere angewiesen ist.
  • Mit Einschränkungen leben lernen.
  • Sich aber auch bewusst sein, dass das alles auch einmal vorbei geht und man dann ein besseres Leben hat. Ziele setzen und vor Augen behalten, z.b. auf einen Berg gehen, Stöckelschuhe anziehen ;-)
  • Man muss schwere Medikamente nehmen, die auch ihre Nebenwirkungen haben. Aber auch das wird ein Ende haben. Der Körper schafft das.
  • V E R T R A U E N . In das Operationsteam und in sich selber. Positiv reingehen.

Sonst:
  • Geduldige Angehörige/Pflegende
  • Genug Geld berechnen. Die Medikamente, das Verbandsmaterial, die Physiotherapie, aber auch das ganze Rundherum (von den Spezial-Unterhosen bis zu den Haltegriffen im Klo...) bedenken. Allein die Medikamente und Verbandsmaterial kosten im Moment ca. EUR 35,- pro Woche(!)...
  • Sich mehrere Meinungen einholen. Und dann nur von erfahrenen Orthopäden durchführen lassen.

Freitag, 24. Juli 2009

Infos zur Anbringung

Ich hatte großes Glück. Ursprünglich war geplant, im Unterschenkel noch einen dritten Ring anzubringen. Den brauchte es zum Glück nicht.
Außerdem hat mein Arzt das Gerät wirklich super angebracht. Ich habe 4 Pins mit je 5mm Durchmesser und 2 Drähte, die bei jedem Ring nochmal quer durch den Oberschenkel gehen. Macht 8 Einstichstellen. Auf den Drähten ist eine Spannung von je 200 kg. Die Ein- bzw. Austrittstellen sind alle seitlich angebracht, das schafft schon viel "Komfort". Es ist jedenfalls besser, als wenn die Pins rundherum gehen würden.
Ich hab also ein wirklich kompaktes Gerät, das auch so angebracht ist, dass es sich damit leben lässt. Ich hab zumndest keine Probleme damit, wenn der Fuß aufliegt. Und das tut er ja zu 98% der Zeit. Stehen und gehen geht auch noch irgendwie (mit Krücken), aber sitzen ist leider eher unmöglich damit. Da ein Ring relativ weit oben angebracht ist, kann man also nicht ganz aufsitzen und den Fuß auch nicht abbiegen, sodass man ziemlich verkrampft dasitzen muss. Also ist das eher selten der Fall. Hier ein paar Eindrücke:

3 Wochen nach der OP

Ich hab die OP nun hinter mir und kann nur sagen, ich bin froh, dass ich´s gemacht habe.
Die OP ist super verlaufen, keinerlei Komplikationen, alles bestens. Und wenn man ein bisschen die Zähne zusammenbeißt und "zäh" ist, geht´s.
Die erste Woche war sehr schmerzhaft und "zach", aber ich hab´s ja auch überlebt. Es ist weiterhin natürlich schmerzhaft, mühsam, umständlich usw. Es verlangt schon ein bisschen was ab, auf jeden Fall. Aber es ist machbar.
Wichtig ist, sich darauf einzustellen. Mental, aber auch praktisch.
Man ist ein Pflegefall nachher. Ich kann nichts tun, außer - aber das immerhin - selber auf´s Klo gehen und mich waschen. Sonst nichts. Es ist schon ein Triumph, dass ich mich selber aus dem Bett raus bringe (im Krankenhaus ging das noch nicht). Mein Bein kann sich nicht selbst heben, ich muss mit dem anderen Bein das linke unterstützen und mich so hinaushieven. Aber für Haushalt, kochen, putzen, einkaufen braucht´s Hilfe. Auch für das Wundenpflegen. Das muss täglich geschehen und kann nur mit Hilfe gemacht werden. Es dauert mittlerweile nur mehr max. eine halbe Stunde. Essen passiert im Bett, ich hab da so ein Gestell, mit dem ich da essen kann. Auf
einem Stuhl sitzen geht nicht. Die meiste Zeit wird im Bett verbracht.

Warum schreibe ich das alles?

... Weil ich allen Mut machen möchte, die ebenfalls vor so einer Entscheidung stehen und allerhand Befürchtungen haben. Außerdem, um Tipps zu geben, was man alles beachten sollte, planen sollte, was man da so braucht usw.

Sonntag, 22. Februar 2009

Beine korrigieren - wie geht das?

Fotoquelle: http://www.bonefixator.com/fracture_fixation/taylor_spatial_frame_1.html
Das ist der Taylor Spatial Frame, ein Gerät, das Deformitätenkorrekturen der Gliedmaßen in allen Richtungen möglich macht. Man kann Knochen verdrehen, verlängern, Knie korrigieren, komplizierte Brüche zusammenflicken.
Ich habe mich entschieden, diese Prozedur auf mich zu nehmen. Der TSF wird mittls Pins direkt im Knochen fixiert und geht rund um das Bein. Man hat also offene Wunden für die Zeit, in der man den Apparat trägt.

Bei mir wird das X-Knie um 6° korrigiert und der zu kurze Oberschenkelknochen um 3,5 cm verlängert. Das geschieht, indem der Knochen bei der OP, wo der TSF angelegt wird, durchtrennt wird, um ihn in den darauf folgenden Wochen täglich ein wenig auseinander zu "ziehen".
Dafür muss ich selbst regelmäßig an den Schrauben drehen.
Das Prozedere ist äußerst schmerzhaft und wir werden sehen, wie es mir dabei gehen wird.

Bis zu dieser Entscheidung, DASS ich es machen werde (und auch WIE), ist schon einiges geschehen und einige Zeit vergangen. Inzwischen habe ich das Krankenhaus meiner Wahl gefunden und auch einen Termin für die OP: 30. Juni 2009. Bis dahin wird noch einiges an Vorbereitungen praktischer, aber v.a. auch mentaler Art, nötig sein, dann kommt die Zeit der Umstellung und großen Veränderung... hoffentlich nur zum Besten!