Eine häufig gestellte Frage ist die nach den Schmerzen.
Ja, die gibt es.
Und es gibt auch verschiedene Formen und Ursachen.
Es gibt aber auch eine Schmerztherapie und einen jeweils individuellen Umgang damit. Weiters Variationen je nach eigener Befindlichkeit, sowohl physisch wie auch psychisch.
Es wird also nicht viel Sinn machen, wenn ich hier die verschiedenen Schmerzformen und Intensitäten beschreibe. Das ist auch individuell bestimmt.
Ich merke zum Beispiel, dass die Schmerzen schlimmer sind, wenn es mir psychisch nicht gut geht. Wenn der "Hüttenkoller", die Langeweile, das Angewiesensein, das Gerät nervt und das Ende wieder mal sehr weit ist... Dann gibt es mehr Schmerzen bzw. tun sie mehr weh. Ja, dieselben Schmerzen nämlich sind nicht so schlimm, tun nicht so sehr weh, wenn es mir v.a. psychisch besser geht.
Zur Schmerztherapie:
Ich bekomme 2 Arten von Schmerzmitteln: Hydal und Novalgin.
Die Hydal sind Morphiumtabletten und die gibt es in verschiedenen Milligramm-Abstufungen. Da hab ich eine Basistherapie und bei Mehrbedarf noch die sog. "Rescues" mit weniger Milligramm und schneller Wirksamkeit, wo ich bis zu einer gewissen Menge dazunehmen kann.
Die Novalgin sind auch starke Schmerzmittel mit einem anderen Wirkstoff.
5 Mal am Tag läutet bei mir der Tablettenwecker. Bei Bedarf kann es sein, dass ich dazwischen auch mal eine Rescue nehme.
Natürlich hat das alles seine Nebenwirkungen, v.a. Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Verstopfung usw. Übelkeit nur mehr hin&wider (wenn ich zu wenig esse), anfangs eher und da nur nach Überdosen. Erbrochen hab ich aber nie deswegen. Es lässt sich also schon ganz gut aushalten.
Abhängigkeit:
Ja, natürlich macht Morphium abhängig. Ich spür zwar nichts davon (hab ja meine fixen Zeiten, wo ich mir sogar den Wecker stelle), aber man sollte halt nicht so naiv sein und das dann abrupt absetzen. Soll angeblich vorkommen. Dann hat man einen kalten Entzug. Ich bin unter ständiger Betreuung meiner Hausärztin und möchte spätestens nach der Drehphase die Dosis verringern. Spätestens wenn das Gerät dann ganz draußen ist, werde ich das dann "ausschleifen" lassen. Also langsam abbauen. Laut den Ärzten soll das ganz gut funktionieren und ich bin zuversichtlich, dass das geht.
Verlaufsprotokoll meiner Beinkorrektur im linken Oberschenkel in mehreren Achsen: Geradestellung des X-Knies um 6° plus Beinverlängerung am Oberschenkel um 3,5 cm. Wie geht das: Mit dem Taylor Spatial Frame = externer Ringfixateur, der mehrdimensionale Korrekturen graduell ermöglicht. OP: 30.Juni 2009, Abnahme: 15. März 2010 = 37 Wochen. Drehtage netto: 44. Fragen und Rückmeldungen gerne an beinkorrektur@gmx-topmail.de
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Dienstag, 18. August 2009
Drehverlauf... Auf und Ab, Hoch und Tief...
Wir befinden uns bei Drehtag Nr. 37 von 44. Das heißt: 7 Drehtage noch, dann ist diese Phase mal vorbei.
Wie verlief´s bis jetzt:
Nach der OP natürlich mal nur und rein "niederg´streckt". Der Knochen frisch durchtrennt, das Gerät im Bein, Schmerzen. Oder fast (die Medikamente - Morphium und Co. - helfen zum Glück ja ganz gut). Nach 7 Tagen "Adaption" wurde bereits mit dem Drehen begonnen. Nach 11 Tagen schon ab nach Hause. Dann kam mal eine - leider nur kurze - Phase, wo ich mich von der OP, der Umstellung auf das Gerät, die Schmerzen und die Medikamente dann allmählich erholt hatte. Da dacht´ ich doch glatt, dass es ja eh nicht so arg ist. Isses ja auch nicht. Gibt schon wesentlich Schlimmeres. Aber ein Spaziergang im Wald isses auch nicht grade...
Die ersten 21 Drehtage hab´ ich durchgedreht - also rein mechanisch, nicht psychisch ;-) Hatte sogar das Gefühl, alles wird immer besser. Aber so ist das mit dem Teil nicht. Kaum hat man die OP überwunden und die Adaption an Teil und Schmerzen mal geschafft, wird´s "zacher". Die Wunden immer weiter offen (das Teil "wandert" ja schließlich), das Bein immer noch g´streckter: Man kann das Bein bereits nach der OP nicht mehr abbiegen (zumindest wenn´s in den OS eingesetzt wird). Dann versucht man mit Zusatzmitteln und Zähne zambeißen, es um ein paar Grade wieder zum Biegen zu bringen, und dann kommt aber eben der Streckeffekt. Außerdem immer mehr Wehwehchen dazu und schließlich - langsam aber sicher - ließen zumindest bei mir dann auch die Nerven merklich nach. Man darf nicht den Fehler machen und sich denken: "Jetzt wird´s besser, jetzt geht´s bergauf". Solange man im Drehprozess ist, ist das nicht so. Darauf kann man danach dann hoffen. Ich hab´zwar schon versucht, die Wunden immer ein bissl "auszuleiern" durch gewisse Beanspruchung. Hab´ gehofft, dass es dann leichter geht. Aber es ist erstens nicht jeder Tag gleich gut. Weder physisch noch psychisch. Und es kommen verschiedene Effekte und Schmerzen dazu. Also hatte ich jetzt mal ein ziemliches Tief zu durchtauchen. V.a. psychisch. Im Moment schaut´s wieder gut aus. Aber man kann das offenbar nicht so sagen. Mal geht´s besser, mal schlechter. Mal kippt alles ganz rasch wieder um.
Man darf wirklich nicht vergessen, dass es noch schlimmere Schmerzen und körperliche Zustände gibt und auch, dass das ein absehbares Ende hat. Vielleicht sollte ich mir das mal ganz groß wohin schreiben ;-) Wenn nämlich mal der Frust, die Depression und die Schmerzen überhand nehmen, ist es schwieriger, wieder Oberwasser zu kriegen. Momentan schaut´s also wieder besser aus.
Seit dem 21. Drehtag mache ich also immer wieder mal 1-2 Tage Pause. Noch 7 Tage. Der Countdown läuft.
Beim letzten Röntgen, 27 Tage nach Drehbeginn, war ein Ende zwischen den Knochen schon etwa 2,5 cm offen und man konnte schon Kalziumeinlagerungen und Kallusbildung erkennen (siehe Foto).
Vom Verlauf her also alles bestens :-)
Wie verlief´s bis jetzt:
Nach der OP natürlich mal nur und rein "niederg´streckt". Der Knochen frisch durchtrennt, das Gerät im Bein, Schmerzen. Oder fast (die Medikamente - Morphium und Co. - helfen zum Glück ja ganz gut). Nach 7 Tagen "Adaption" wurde bereits mit dem Drehen begonnen. Nach 11 Tagen schon ab nach Hause. Dann kam mal eine - leider nur kurze - Phase, wo ich mich von der OP, der Umstellung auf das Gerät, die Schmerzen und die Medikamente dann allmählich erholt hatte. Da dacht´ ich doch glatt, dass es ja eh nicht so arg ist. Isses ja auch nicht. Gibt schon wesentlich Schlimmeres. Aber ein Spaziergang im Wald isses auch nicht grade...
Die ersten 21 Drehtage hab´ ich durchgedreht - also rein mechanisch, nicht psychisch ;-) Hatte sogar das Gefühl, alles wird immer besser. Aber so ist das mit dem Teil nicht. Kaum hat man die OP überwunden und die Adaption an Teil und Schmerzen mal geschafft, wird´s "zacher". Die Wunden immer weiter offen (das Teil "wandert" ja schließlich), das Bein immer noch g´streckter: Man kann das Bein bereits nach der OP nicht mehr abbiegen (zumindest wenn´s in den OS eingesetzt wird). Dann versucht man mit Zusatzmitteln und Zähne zambeißen, es um ein paar Grade wieder zum Biegen zu bringen, und dann kommt aber eben der Streckeffekt. Außerdem immer mehr Wehwehchen dazu und schließlich - langsam aber sicher - ließen zumindest bei mir dann auch die Nerven merklich nach. Man darf nicht den Fehler machen und sich denken: "Jetzt wird´s besser, jetzt geht´s bergauf". Solange man im Drehprozess ist, ist das nicht so. Darauf kann man danach dann hoffen. Ich hab´zwar schon versucht, die Wunden immer ein bissl "auszuleiern" durch gewisse Beanspruchung. Hab´ gehofft, dass es dann leichter geht. Aber es ist erstens nicht jeder Tag gleich gut. Weder physisch noch psychisch. Und es kommen verschiedene Effekte und Schmerzen dazu. Also hatte ich jetzt mal ein ziemliches Tief zu durchtauchen. V.a. psychisch. Im Moment schaut´s wieder gut aus. Aber man kann das offenbar nicht so sagen. Mal geht´s besser, mal schlechter. Mal kippt alles ganz rasch wieder um.
Man darf wirklich nicht vergessen, dass es noch schlimmere Schmerzen und körperliche Zustände gibt und auch, dass das ein absehbares Ende hat. Vielleicht sollte ich mir das mal ganz groß wohin schreiben ;-) Wenn nämlich mal der Frust, die Depression und die Schmerzen überhand nehmen, ist es schwieriger, wieder Oberwasser zu kriegen. Momentan schaut´s also wieder besser aus.
Seit dem 21. Drehtag mache ich also immer wieder mal 1-2 Tage Pause. Noch 7 Tage. Der Countdown läuft.
Beim letzten Röntgen, 27 Tage nach Drehbeginn, war ein Ende zwischen den Knochen schon etwa 2,5 cm offen und man konnte schon Kalziumeinlagerungen und Kallusbildung erkennen (siehe Foto).
Vom Verlauf her also alles bestens :-)
Montag, 3. August 2009
Frust
Tja, was soll ich euch vormachen. Bei allem positiven Denken und Dankbarkeit, dass ich das überhaupt machen kann... Es ist natürlich nicht einfach, nicht lustig und manchmal schon auch recht frustrierend.
Wie gesagt: Das, was es bei dieser Prozedur (neben den praktischen und organisatorischen Dingen) am allermeisten braucht, sind gute Nerven und Durchhaltevermögen.
Ich krieg das zur Zeit zu spüren. Wenn der ganze Körper so ramponiert ist und man nichtmal rauskommt, kann das schon deprimieren.
Warum der ganze Körper: Neben den Schmerzen vom Apparat (Knochen, Wunden und eingeschränkte Beweglichkeit) kommt natürlich Kreuzweh dazu, im Unterbauch bin ich von den täglichen Trombosespritzen ein einziges Sieb (was sich weder toll anfühlt, noch toll aussieht), die Verstopfung von den Medikamenten und diese Eingeschränktheit. Duschen geht mir ab. Waschen ist so mühsam und hat dann nichtmal was erfrischendes. Manchmal (oder meistens) hab ich das Gefühl, ich stinke einfach weiter - obwohl ich täglich viel Zeit damit verbringe, mich gründlich am ganzen Körper zu waschen.
Ich hab´ auch eine gesteigerte Sensibilität bei manchen Empfindungen: Vor allem der Geruchssinn ist ausgeprägter und auch die Geräusch- und Lärmempfindlichkeit ist wesentlich ausgeprägter. Das ist anstrengend und nervenaufreibend.
Die Augen sind ebenfalls empfindlicher. Fernsehen und Lesen ist also auch anstrengend. Zusätzlich zu den Konzentrationsstörungen, die das Ganze auch erschweren.
Ja, und dann kommen natürlich so Dinge dazu, wie zum Beispiel, dass ich einfach viel allein bin. Und immer am selben Ort: in meinem Bett. Es ist in diesen Wochen so heiß, dass ich nichtmal auf den Balkon sitzen mag - und kann (Kreislauf). Und ich hab auch gar keine Lust dazu. In der Nacht bin ich auch allein in meinem Bett. Ich schlafe bei offener Tür und Licht im Gang. Bin sehr schreckhaft geworden. Muss aber allein schlafen, weil wir (mein Mann und ich) je ein eigenes Zimmer haben mit je einem 140er Bett - damit wir sowohl unser eigenes Reich haben, aber auch genug Platz für zu zweit im Bett. Leider sind die Betten in diesem Fall aber einfach zu eng. Ich brauche mehr Platz und mein Mann mehr Ruhe in der Nacht. Also das kommt auch dazu. Recht einsam und allein am immer ewig gleichen Ort. Das ist öd. Und seit ein paar Tagen geht mir das alles ein wenig auf die Nerven.
Die einzige Lust, die mir mein Körper zur Zeit gönnt, ist der Geschmacksinn und das sieht man mittlerweile glaub´ ich auch schon.
Also die Highlights des Tages sind im Moment: Essen und Wundpflege. Wobei das erstere die einzige Lustempfindung möglich macht und Letzteres das Schmerzhafteste vom Tag ist. Yippieh.
So, damit lass´ ich mal meine Jammerei. Gehört halt auch dazu.
Und das sind natürlich alles Dinge, die bei jedem anders sind. Die Umstände und die Empfindlichkeiten. Vielleicht bin ich da ja einfach etwas sensibler.
Wie gesagt: Das, was es bei dieser Prozedur (neben den praktischen und organisatorischen Dingen) am allermeisten braucht, sind gute Nerven und Durchhaltevermögen.
Ich krieg das zur Zeit zu spüren. Wenn der ganze Körper so ramponiert ist und man nichtmal rauskommt, kann das schon deprimieren.
Warum der ganze Körper: Neben den Schmerzen vom Apparat (Knochen, Wunden und eingeschränkte Beweglichkeit) kommt natürlich Kreuzweh dazu, im Unterbauch bin ich von den täglichen Trombosespritzen ein einziges Sieb (was sich weder toll anfühlt, noch toll aussieht), die Verstopfung von den Medikamenten und diese Eingeschränktheit. Duschen geht mir ab. Waschen ist so mühsam und hat dann nichtmal was erfrischendes. Manchmal (oder meistens) hab ich das Gefühl, ich stinke einfach weiter - obwohl ich täglich viel Zeit damit verbringe, mich gründlich am ganzen Körper zu waschen.
Ich hab´ auch eine gesteigerte Sensibilität bei manchen Empfindungen: Vor allem der Geruchssinn ist ausgeprägter und auch die Geräusch- und Lärmempfindlichkeit ist wesentlich ausgeprägter. Das ist anstrengend und nervenaufreibend.
Die Augen sind ebenfalls empfindlicher. Fernsehen und Lesen ist also auch anstrengend. Zusätzlich zu den Konzentrationsstörungen, die das Ganze auch erschweren.
Ja, und dann kommen natürlich so Dinge dazu, wie zum Beispiel, dass ich einfach viel allein bin. Und immer am selben Ort: in meinem Bett. Es ist in diesen Wochen so heiß, dass ich nichtmal auf den Balkon sitzen mag - und kann (Kreislauf). Und ich hab auch gar keine Lust dazu. In der Nacht bin ich auch allein in meinem Bett. Ich schlafe bei offener Tür und Licht im Gang. Bin sehr schreckhaft geworden. Muss aber allein schlafen, weil wir (mein Mann und ich) je ein eigenes Zimmer haben mit je einem 140er Bett - damit wir sowohl unser eigenes Reich haben, aber auch genug Platz für zu zweit im Bett. Leider sind die Betten in diesem Fall aber einfach zu eng. Ich brauche mehr Platz und mein Mann mehr Ruhe in der Nacht. Also das kommt auch dazu. Recht einsam und allein am immer ewig gleichen Ort. Das ist öd. Und seit ein paar Tagen geht mir das alles ein wenig auf die Nerven.
Die einzige Lust, die mir mein Körper zur Zeit gönnt, ist der Geschmacksinn und das sieht man mittlerweile glaub´ ich auch schon.
Also die Highlights des Tages sind im Moment: Essen und Wundpflege. Wobei das erstere die einzige Lustempfindung möglich macht und Letzteres das Schmerzhafteste vom Tag ist. Yippieh.
So, damit lass´ ich mal meine Jammerei. Gehört halt auch dazu.
Und das sind natürlich alles Dinge, die bei jedem anders sind. Die Umstände und die Empfindlichkeiten. Vielleicht bin ich da ja einfach etwas sensibler.
Freitag, 31. Juli 2009
1. Monat vorbei
Vorgestern war die OP 1 Monat vorbei und Halbzeit beim Drehen: 22. Tag von 44. Wie ist es bisher gelaufen:
Die Zeit im Krankenhaus war v.a. vom Knochschmerz her am schlimmesten. Natürlich auch die Adaption an die Medikamente und die Nebenwirkungen sowie die "Gewöhnung" an das Gerät und die Behinderung.
Der Knochenschmerz ist dann in den Hintergrund getreten, als sich der Knochenmarkskanal wieder allmählich geschlossen hat und der Kallus langsam entstanden ist.
Die Wundschmerzen traten in den Vordergrund und das Gewöhnen an diese ständige "Ramponiertheit". Langsam hab ich mich auch damit abgefunden, dass ich mich auch nachts mind. 1 Mal aus dem Bett und aufs Klo kämpfen muss (1 Nebenwirkung ist die starke Entwässerung durch die Medikamente).
Schließlich dachte ich schon, soooo schlimm isses ja gar nicht. Bis vorgestern. Bis sich ein sehr starker Wundschmerz entwickelt hat.
Durch das Drehen bewegen sich ja auch die Pins und die Wunden, die ja bis zum Knochen gehen, öffnen sich immer mehr. Ich erspare euch ein Foto davon.
Jedenfalls ist dieser starke Wundschmerz auch nicht zu vernachlässigen. An eine gewisse "Dosis" davon hatte ich mich tatsächlich schon fast so etwas wie "gewöhnt". Aber das kann auch noch ärger sein und das ist nicht lustig. Ich hatte (bzw. habe noch immer) dann also trotz prinzipiell positiver Grundeinstellung auch ein psychisches Tief.
Natürlich ist klar, dass sich das auch wieder ändert, aber es ist auch klar, dass man nich immer tough sein kann.
Ich denke, das ist bei der ganzen mentalen Vorbereitung und Grundeinstellung auch wichtig: Sich bewusst sein, dass es wesentlich Schlimmeres gibt, aber auch, dass das hier auch eine große Herausforderung ist. Dass am Ende zwar ein positives Ergebnis zu erwarten ist, auf das man sich freuen kann, aber dass der Prozess dazwischen doch einiges abverlangt und auch von Höhen und Tiefen geprägt ist. Es ist kein kontinuierlicher Verlauf, weder "gerade aus", noch in Richtung "immer besser". Es geht auf und ab, hin und her, körperlich wie psychisch.
Aber ganz wichtig ist, sich auch in den Tiefphasen vor Augen zu halten, dass dieser Eingriff ein sicheres Ende haben wird mit noch dazu ziemlich sicherem positiven Ergebnis. Solange einem gesundheitlich nichts Wesentlicheres fehlt, ist es sogar ziemlich großartig, dass man sich damit seine Gesundheit und seine Lebensqualität verbessern kann.
98% meiner Zeit spielt sich jetzt, 1 Monat nach der OP noch im Bett ab. Aber von der Grundverfassung ist es kein Vergleich zum Beginn.
Ich habe auch schon 4(!!) "Ausflüge" hinter mir (2x Postkasten, 1x bis zur Apotheke(!), 1x mit dem Auto), aber davon ein andermal mehr.
Die Zeit im Krankenhaus war v.a. vom Knochschmerz her am schlimmesten. Natürlich auch die Adaption an die Medikamente und die Nebenwirkungen sowie die "Gewöhnung" an das Gerät und die Behinderung.
Der Knochenschmerz ist dann in den Hintergrund getreten, als sich der Knochenmarkskanal wieder allmählich geschlossen hat und der Kallus langsam entstanden ist.
Die Wundschmerzen traten in den Vordergrund und das Gewöhnen an diese ständige "Ramponiertheit". Langsam hab ich mich auch damit abgefunden, dass ich mich auch nachts mind. 1 Mal aus dem Bett und aufs Klo kämpfen muss (1 Nebenwirkung ist die starke Entwässerung durch die Medikamente).
Schließlich dachte ich schon, soooo schlimm isses ja gar nicht. Bis vorgestern. Bis sich ein sehr starker Wundschmerz entwickelt hat.
Durch das Drehen bewegen sich ja auch die Pins und die Wunden, die ja bis zum Knochen gehen, öffnen sich immer mehr. Ich erspare euch ein Foto davon.
Jedenfalls ist dieser starke Wundschmerz auch nicht zu vernachlässigen. An eine gewisse "Dosis" davon hatte ich mich tatsächlich schon fast so etwas wie "gewöhnt". Aber das kann auch noch ärger sein und das ist nicht lustig. Ich hatte (bzw. habe noch immer) dann also trotz prinzipiell positiver Grundeinstellung auch ein psychisches Tief.
Natürlich ist klar, dass sich das auch wieder ändert, aber es ist auch klar, dass man nich immer tough sein kann.
Ich denke, das ist bei der ganzen mentalen Vorbereitung und Grundeinstellung auch wichtig: Sich bewusst sein, dass es wesentlich Schlimmeres gibt, aber auch, dass das hier auch eine große Herausforderung ist. Dass am Ende zwar ein positives Ergebnis zu erwarten ist, auf das man sich freuen kann, aber dass der Prozess dazwischen doch einiges abverlangt und auch von Höhen und Tiefen geprägt ist. Es ist kein kontinuierlicher Verlauf, weder "gerade aus", noch in Richtung "immer besser". Es geht auf und ab, hin und her, körperlich wie psychisch.
Aber ganz wichtig ist, sich auch in den Tiefphasen vor Augen zu halten, dass dieser Eingriff ein sicheres Ende haben wird mit noch dazu ziemlich sicherem positiven Ergebnis. Solange einem gesundheitlich nichts Wesentlicheres fehlt, ist es sogar ziemlich großartig, dass man sich damit seine Gesundheit und seine Lebensqualität verbessern kann.
98% meiner Zeit spielt sich jetzt, 1 Monat nach der OP noch im Bett ab. Aber von der Grundverfassung ist es kein Vergleich zum Beginn.
Ich habe auch schon 4(!!) "Ausflüge" hinter mir (2x Postkasten, 1x bis zur Apotheke(!), 1x mit dem Auto), aber davon ein andermal mehr.
Samstag, 25. Juli 2009
Was braucht es alles dazu
Leider sagt einem ja niemand, was da wirklich auf einen zukommt. Die Ärzte wissen das offenbar nicht. Hier nun ein paar Tipps dazu:
Praktisch:
Körperlich:
Mental:
Sonst:
Praktisch:
- Jemand, der kocht, putzt, einkauft und die Wunden pflegt - jeden Tag(!). Beginnend beim Frühstück, darüber hinaus Apothekengänge usw.
- Ein Auto, bei dem man den vorderen Sitz ausbauen kann für Transporte ins Krankenhaus etc. Hier in Österreich wird dazu kein Krankentransport bezahlt - weil man ja eh "mobil" ist. Man kann aber den Fuß nicht abbiegen (zumindest bei Oberschenkel-Fixateuren) und muss ihn außerdem weich lagern können wegen der Schmerzen (wir polstern immer das ganze Auto aus dafür).
- Eine Hausärztin/Hausarzt, der/die ins Haus kommt und sich außerdem mit derartigen Wunden auskennt. Ein übersehener Infekt kann ausnehmend bedrohlich werden.
- Haltegriffe im Klo.
- Eine gute Matratze. Am besten ein Krankenbett, das man elektrisch steuern kann. Bedenkt: Man kann nur am Rücken liegen...! Ich hab ein normales Bett, aber eine sehr gute Latexmatratze. Krankenbett wird (derzeit) von der GKK zur Verfügung gestellt, aber man muss die Matratze selber reingeben.
- Eine wasserdichte Bettunterlage, die Wunden "safteln" hin und wieder.
- Ein Gestell bzw. ein Bett-Tischerl, auf dem man im Bett essen usw. kann.
- Ein Zimmer, in dem man sich wohlfühlt. Man wird sehr viel Zeit darin verbringen.
- Vom Bett aus Stereoanlage, Fernseher, Computer bedienen können. Man muss wirklich um alles bitten sonst.
- Rutschfeste Schuhe bzw. Schlapfen. Die braucht man dann immer. Barfuß geht nicht, weil man auf einem Fuß eine Bandage hat und auf dem anderen den Trombosestrumpf, da rutscht man. Der gesunde Fuß wird dann sehr viel als Stütze benötigt, rutschfest ist MUSS. Dafür ruhig Geld ausgeben, man wird es nicht bereuen!
- Unterhosen, die einen seitlichen Klettverschluss haben. Gibts im guten Outdoorhandel oder im Internet, z.b. bei http://www.quick-slip.de/. Oder Bikiniwäsche mit seitlichen Bändern. Anders gehts nicht.
- Jemand, der nähen kann. Es gibt KEIN Gewand, das drüber geht. Außer gaaaanz weite Röcke und kurze Röcke. Die man aber von oben her anziehen muss. Vorher schon was nähen.
- Radlerhandschuhe mit Gel-Einlage. Krücken-gehen geht auf die Hände und tut weh! Die Hände müssen (fast) das ganze Gewicht tragen.
- Platz im Bad machen. Einen Stuhl hinstellen.
- Genügend Waschlappen. Duschen geht nicht.
- Irgendwelche Auflagen für´s Bett. Die Pins stechen sonst das Leintuch durch. Ich habe ein paar alte Leintücher von meiner Schwiegermutter bekommen, die wir über das eigentliche drüberlegen. Hat sich schon bewährt ;-)
Körperlich:
- Schauen, dass man körperlich in einigermaßen guter Verfassung ist. Beweglichkeit und Gleichgewichtssinn sind Voraussetzung.
- Gewicht reduzieren. Ich bin wirklich um jedes Gramm, dass ich nicht tragen oder ausgleichen muss, froh
- Rindfleisch essen, Vitamin D. Gesund essen. Verdauungsfördernd essen (die Medikamente stopfen).
- STOPP mit Rauchen! Rauchen steigert das Risiko für Wundinfekte um fast 1/3! Außerdem verlangsamt es die Wundheilung und Knochenbildung!
Mental:
- Sich schon im Vorfeld erkundigen, was auf einen zukommt, sich mit den Schmerzen auseinandersetzen.
- Bewusst sein, dass man dann ein Pflegefall ist und auf andere angewiesen ist.
- Mit Einschränkungen leben lernen.
- Sich aber auch bewusst sein, dass das alles auch einmal vorbei geht und man dann ein besseres Leben hat. Ziele setzen und vor Augen behalten, z.b. auf einen Berg gehen, Stöckelschuhe anziehen ;-)
- Man muss schwere Medikamente nehmen, die auch ihre Nebenwirkungen haben. Aber auch das wird ein Ende haben. Der Körper schafft das.
- V E R T R A U E N . In das Operationsteam und in sich selber. Positiv reingehen.
Sonst:
- Geduldige Angehörige/Pflegende
- Genug Geld berechnen. Die Medikamente, das Verbandsmaterial, die Physiotherapie, aber auch das ganze Rundherum (von den Spezial-Unterhosen bis zu den Haltegriffen im Klo...) bedenken. Allein die Medikamente und Verbandsmaterial kosten im Moment ca. EUR 35,- pro Woche(!)...
- Sich mehrere Meinungen einholen. Und dann nur von erfahrenen Orthopäden durchführen lassen.
Freitag, 24. Juli 2009
Infos zur Anbringung
Ich hatte großes Glück. Ursprünglich war geplant, im Unterschenkel noch einen dritten Ring anzubringen. Den brauchte es zum Glück nicht.
Außerdem hat mein Arzt das Gerät wirklich super angebracht. Ich habe 4 Pins mit je 5mm Durchmesser und 2 Drähte, die bei jedem Ring nochmal quer durch den Oberschenkel gehen. Macht 8 Einstichstellen. Auf den Drähten ist eine Spannung von je 200 kg. Die Ein- bzw. Austrittstellen sind alle seitlich angebracht, das schafft schon viel "Komfort". Es ist jedenfalls besser, als wenn die Pins rundherum gehen würden.
Ich hab also ein wirklich kompaktes Gerät, das auch so angebracht ist, dass es sich damit leben lässt. Ich hab zumndest keine Probleme damit, wenn der Fuß aufliegt. Und das tut er ja zu 98% der Zeit. Stehen und gehen geht auch noch irgendwie (mit Krücken), aber sitzen ist leider eher unmöglich damit. Da ein Ring relativ weit oben angebracht ist, kann man also nicht ganz aufsitzen und den Fuß auch nicht abbiegen, sodass man ziemlich verkrampft dasitzen muss. Also ist das eher selten der Fall. Hier ein paar Eindrücke:
Außerdem hat mein Arzt das Gerät wirklich super angebracht. Ich habe 4 Pins mit je 5mm Durchmesser und 2 Drähte, die bei jedem Ring nochmal quer durch den Oberschenkel gehen. Macht 8 Einstichstellen. Auf den Drähten ist eine Spannung von je 200 kg. Die Ein- bzw. Austrittstellen sind alle seitlich angebracht, das schafft schon viel "Komfort". Es ist jedenfalls besser, als wenn die Pins rundherum gehen würden.
Ich hab also ein wirklich kompaktes Gerät, das auch so angebracht ist, dass es sich damit leben lässt. Ich hab zumndest keine Probleme damit, wenn der Fuß aufliegt. Und das tut er ja zu 98% der Zeit. Stehen und gehen geht auch noch irgendwie (mit Krücken), aber sitzen ist leider eher unmöglich damit. Da ein Ring relativ weit oben angebracht ist, kann man also nicht ganz aufsitzen und den Fuß auch nicht abbiegen, sodass man ziemlich verkrampft dasitzen muss. Also ist das eher selten der Fall. Hier ein paar Eindrücke:
3 Wochen nach der OP
Ich hab die OP nun hinter mir und kann nur sagen, ich bin froh, dass ich´s gemacht habe.
Die OP ist super verlaufen, keinerlei Komplikationen, alles bestens. Und wenn man ein bisschen die Zähne zusammenbeißt und "zäh" ist, geht´s.
Die erste Woche war sehr schmerzhaft und "zach", aber ich hab´s ja auch überlebt. Es ist weiterhin natürlich schmerzhaft, mühsam, umständlich usw. Es verlangt schon ein bisschen was ab, auf jeden Fall. Aber es ist machbar.
Wichtig ist, sich darauf einzustellen. Mental, aber auch praktisch.
Man ist ein Pflegefall nachher. Ich kann nichts tun, außer - aber das immerhin - selber auf´s Klo gehen und mich waschen. Sonst nichts. Es ist schon ein Triumph, dass ich mich selber aus dem Bett raus bringe (im Krankenhaus ging das noch nicht). Mein Bein kann sich nicht selbst heben, ich muss mit dem anderen Bein das linke unterstützen und mich so hinaushieven. Aber für Haushalt, kochen, putzen, einkaufen braucht´s Hilfe. Auch für das Wundenpflegen. Das muss täglich geschehen und kann nur mit Hilfe gemacht werden. Es dauert mittlerweile nur mehr max. eine halbe Stunde. Essen passiert im Bett, ich hab da so ein Gestell, mit dem ich da essen kann. Auf einem Stuhl sitzen geht nicht. Die meiste Zeit wird im Bett verbracht.
Die OP ist super verlaufen, keinerlei Komplikationen, alles bestens. Und wenn man ein bisschen die Zähne zusammenbeißt und "zäh" ist, geht´s.
Die erste Woche war sehr schmerzhaft und "zach", aber ich hab´s ja auch überlebt. Es ist weiterhin natürlich schmerzhaft, mühsam, umständlich usw. Es verlangt schon ein bisschen was ab, auf jeden Fall. Aber es ist machbar.
Wichtig ist, sich darauf einzustellen. Mental, aber auch praktisch.
Man ist ein Pflegefall nachher. Ich kann nichts tun, außer - aber das immerhin - selber auf´s Klo gehen und mich waschen. Sonst nichts. Es ist schon ein Triumph, dass ich mich selber aus dem Bett raus bringe (im Krankenhaus ging das noch nicht). Mein Bein kann sich nicht selbst heben, ich muss mit dem anderen Bein das linke unterstützen und mich so hinaushieven. Aber für Haushalt, kochen, putzen, einkaufen braucht´s Hilfe. Auch für das Wundenpflegen. Das muss täglich geschehen und kann nur mit Hilfe gemacht werden. Es dauert mittlerweile nur mehr max. eine halbe Stunde. Essen passiert im Bett, ich hab da so ein Gestell, mit dem ich da essen kann. Auf einem Stuhl sitzen geht nicht. Die meiste Zeit wird im Bett verbracht.
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